Die Prussia-Sammlung im Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin

Das Gebiet des ehemaligen Ostpreußens während der römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit –
Die Funde des 1. bis 7. Jh. n. Chr. aus dem ehemaligen Prussia-Museum Königsberg in den Museen Berlin und Kaliningrad


Das Gebiet des ehemaligen Ostpreußens stellt eine der fundreichsten archäologischen Landschaften der römischen Kaiser- sowie der Völkerwanderungszeit in Mitteleuropa dar. Anders als in vielen anderen Siedlungsräumen des europäischen Barbaricums ist dort die Entwicklung seit Beginn der Eisenzeit ohne nennenswerte Brüche und hat innerhalb des Baltikums bemerkenswert eigenständige Kulturen entstehen lassen. Diese spiegeln sich bis heute in großen, gut ausgestatteten Gräberfeldern mit bis zu mehreren Hundert Gräbern wider. Auch für die archäologische Forschung vor dem Zweiten Weltkrieg waren vor allem diese Denkmäler von Interesse. Der Publikationsstand in der Zeit bis 1945 konnte jedoch immer weniger mit den umfangreichen Ausgrabungsaktivitäten standhalten. Nach 1945 war die Region mit ihren zahlreichen Gräberfeldern des 1.-7. Jahrhunderts dann zeitweise vollständig aus dem Blick der deutschsprachigen archäologischen Forschung geraten.

Seit Ende 2015 läuft am MVF Berlin ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt, das dazu beitragen wird, auf Basis der heute noch erhaltenen Bestände der Königsberger Prussia-Sammlung, die ostpreußischen Funde zur Kaiser- und Völkerwanderungszeit wieder in den Blickpunkt der Forschungen zum Barbaricum zu rücken und diese scheinbar verlorenen Bestände der archäologischen Forschung wieder zugänglich zu machen. Dieses Projekt knüpft damit an
das vorangegangene Forschungsprojekt zum Mittelalter in Ostpreußen an.


(Christoph Jahn und Iza Szter)

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